Ein TÜV für Gottesdienste?

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junger Christ
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Ein TÜV für Gottesdienste?

Beitrag von junger Christ » Freitag 22. Juli 2011, 12:22

Hallo!

Unter der oben stehenden Überschrift verbreitete das Sprachrohr des Papstes, Radio Vatikan, die Meldung das der frühere evangelische Bischof Wolfgang Huber einen TÜV für Gottesdienste sich vorstellen können und die Kirchen diesen deshalb entwickeln sollten damit ein Gottesdienst gewisse Qualitätsmaßstäbe enthalte.

weiter heißt es in der Meldung:
Eine gute Gestaltung des Gottesdienstes schaffe „in der Regel den Raum, in dem wir darauf hoffen können, dass der Geist Gottes das Seine tut“, sagte der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland am Montag dem in Bonn erscheinenden Newsletter des Ökumenischen Predigtpreises. Pfarrer sollten sich fragen, „ob Menschen nach einem Gottesdienst überzeugt sind, dass sie eine Stunde gut verbracht haben, dass sie eine Stärkung für die folgenden Tage und Gemeinschaft erlebt haben“.

Die ganze Meldung ist unter http://www.oecumene.radiovaticana.org/t ... p?c=505389 einsehbar.

Ich hoffe es stört euch nicht das ich hier zwei Meldungen (Die NAK zu Besuch im Vatikan und TÜV für Gottesdienste) von Radio Vatikan eingestellt habe, die die Ökumene auch betreffen zumal ich besonders die letzte Meldung etwas merkwürdig finde, denn damit verkommt der Gottesdienst mehr zu einem Produkt als zu einem kostbarem Gut in unserem christlichen Glauben.

Allen ein frohes und gesegnetes Wochenende.

Viele Grüße Markus
Markus

Volker
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Re: Ein TÜV für Gottesdienste?

Beitrag von Volker » Samstag 23. Juli 2011, 09:49

Hallo,

ich würde zwar nicht so weit gehen, einen TÜV einzuführen. Aber auch in der von uns "betriebenen" NGE (=Natürliche Gemeindeentwicklung) gibt es ein Qualitätsmerkmal "inspirierender Gottesdienst", wo es schon "Anleitungen" und Empfehlungen gibt, wie ein Gottesdienst aufgebaut und inhaltlich sein soll, damit das von Bischof Huber am Schluss bezeichnete geschieht; nämlich eine Stärkung für die kommenden Tage und ein "gutes Gefühl" des Gottesdienstbesuchers.

Gruß,
Volker

selfmade
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Re: Ein TÜV für Gottesdienste?

Beitrag von selfmade » Samstag 23. Juli 2011, 10:53

dann bin ich mal gespannt, wann Zertifizierungen eingeführt werden.
Im Eingangsbereich eine entsprechende Urkunde, oder neben dem Kreuz seitlich vom Altar :-)

christoph

Re: Ein TÜV für Gottesdienste?

Beitrag von christoph » Sonntag 24. Juli 2011, 20:15

Ein schwieriges Thema ...

Einerseits wäre ein gewisses "Training" manchmal sinnvoll. Vom rein Menschlichen her ist bekannt, dass bei Vorträgen - und das ist eine Predigt ja meistens - die Form oft wichtiger ist als der Inhalt. Und es ist tatsächlich so, dass ein eloquenter, authentischer Redner Leute mitreißen kann, dass von dem Vortrag etwas hängenbleibt ... und dass von dem unsicheren, gehemmten Vortragenden nur eine genervte Erinnerung bleibt ...

Ich habe gerade vom "rein Menschlichen" geschrieben. Und genau das ist der Knackpunkt. Meiner Ansicht nach dürfen wir bei Gottesdiensten nicht mit einem rein menschlichen Maßstab messen. WIE und durch welche Worte etc. der Geist wirkt, können wir nicht festlegen. Mir selbst ist es schon passiert, dass ich einen Gottesdienst total öde fand, und jemand anderes war völlig hin und weg, wie genau seine Situation gerade angesprochen wurde. Auch bei unterschiedlichen Personen: der eine Prediger bzw. seine Art spricht den Einen an, der andere Prediger bzw. seine Art einen Anderen. Das in ein zertifiziertes Korsett zu klemmen, halte ich für falsch.

Und außerdem liegt das Entscheidende, ob eine Predigt / ein Gottesdienst "wirkt", an einer ganz anderen Stelle:
„In einer Atmosphäre der Erwartung kann schon der kleinste Funke aus den Bemühungen des Predigenden überspringen und zünden; in einer Atmosphäre kritischen Abstandes oder skeptischer Gleichgültigkeit dagegen fallen die Worte auch da auf toten Boden, wo sie entschieden von Heiligem Geist erfüllt sind“
(Bibellesezettel, 25. August 2005, „englischer Ausleger“)

Für die Möglichkeiten des äußeren Rahmens ist eine Gemeinde- und Gottesdienstordnung in Arbeit. Für die Möglichkeit des Wirkens des Heiligen Geistes sollten wir eine Einschränkung nach menschlichen Maßstäben tunlichst unterlassen ... und uns gleichzeitig über Freiheiten und Möglichkeiten freuen, IHN wirken zu lassen. Wir müssen's nur tun!

Liebe Grüße

Christoph

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Re: Ein TÜV für Gottesdienste?

Beitrag von happy hippo » Montag 25. Juli 2011, 01:16

Lieber Christoph und Alle,

Du sprichst mir, wie eigentlich immer, aus der Seele :lol:

Seit einiger Zeit schon stelle ich mir allerdings ernsthaft die Frage, ob die Gottesdienste, die wir traditionell so weiterführen wie wir sie schon seit NAK-Zeiten kennen, noch sinnvoll sind und überhaupt unserem Glauben entsprechen :x

Unsere Gottesdienste sind zumeist "Ein-Mann-shows". Ich will hier nichts abwerten und meine es ganz und gar nicht böse. Ich liebe Predigten!
Aber ich frage mich, ob es denn so weitergehen soll...

Wenn 50 Leute im Gottesdienstsaal sitzen und EINER predigt, finde ich es voll o.k.
Aber... die Situation ist zuweilen ganz anders bei uns.
Hinter dem (meist erhöhten) Altar steht ein ordinierter Amtsträger, meist ein "priesterliches Amt" und predigt ca. 5 - 8 Geschwistern :shock:

Heute hatten wir eine solche Situation. Nicht ganz. Es waren, meine ich, 10 Anwesende insgesamt. Es predigten Zweie, natürlich hintereinander... Der Godi war trotzdem gut, locker und wir haben auch viel gelacht.
Aber ich dachte, wie schön könnte es sein, wenn wir den Gottesdienst im Falle von nur wenigen Anwesenden von vornherein anders gestalten könnten 8)

Von der "Predigt" mal ganz abgesehen, gehören zu einem Gottesdienst noch viele andere Elemente, die ebenso wichtig sind, wie z.B. die Gegenwart Gottes zu suchen in dem Wort: "In dem Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes..." Gebet, Fürbitte, Segen, Gott in Liedern loben und preisen und... das ABENDMAHL, auch die "Vorbereitung" darauf.

Es ist so wichtig, "in die Versammlungen zu gehen", steht schon in der Bibel.
Unsere Geschwister sind "Priester" und "Könige" von unschätzbarem Wert. Es sind Menschen mit denen CHRISTUS eine Verbindung eingegangen ist, die eine Säule in Gottes Tempel sind, deren Namen im "Lebensbuch des Lammes" geschrieben bleiben und die vom "Baum des Lebens" genießen dürfen, die also nicht mehr (geistlich) sterben müssen... Das alles durch JESUS, durch Seinen Geist...
Sie haben vor Gott einen solch großen Wert. Wir Alle.

Wir sollten die Geschwister (ohne Amt) nicht unterschätzen. Oft haben sie ein Wort für uns, welches "Gottes" Wort ist.
Manchmal wählen sie ein Lied aus, wenn sie dürfen, welches Bruder und Schwester tief ins Herz geht. Geschwister beten füreinander.
Mir ist es schon oft so gegangen, dass mir "ganz normale" Geschwister ein Wort von GOTT mit auf den Weg gegeben haben, gleichwertig mit der Predigt des Priesters.

Das Bewußtsein der ganz normalen Geschwister muß dafür geweckt werden, dass es eigentlich kein "da oben hinter dem Altar" und "hier unten vor dem Altar" gibt für Gott und dass Gott deshalb auch durch "normale Christen" wirkt. Ein solcher Gottesdienst, wo jeder in irgendeiner Weise mitwirkt und sei es vor oder nach dem "eigentlichen" oder beim Kaffee, ein solcher Godi ist stärkend für die ganze Woche.

Eine schöne Woche Dir und Euch Allen!
happy hippo

junger Christ
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Re: Ein TÜV für Gottesdienste?

Beitrag von junger Christ » Montag 25. Juli 2011, 10:55

Hallo hh und alle anderen,

Wenn wir für jeden Fall, was die Besucherzahlen angeht, eine Vorgabe einführen wie dann ein Gottesdienst zu gestalten ist, dann müssten wir erstmal das Prophetenamt wieder einführen, damit diese uns auch Weissagen können wieviele Besucher am kommenden Sonntag im Gottesdienst sind ;-)
Je mehr Vorgaben und Richtlinien gemacht werden um so mehr verunsichert es auch unsere ordinierten Amtsträger und einige werden daran vielleicht auch die Lust verlieren überhaupt noch Gottesdienste zu halten. Hier sollte man aus der Not eine Tugend machen kurzfristig auch mal bereit sein Gemeindemitglieder kruz vorher anzusprechen ob diese bereit wären das Schriftwort vorzutragen, ein Gebet zusprechen oder ein Lied auszusuchen. Flexiblität ist gefragt und nicht das rufen nach Vorgaben und Richtlinien für alle nur erdenklichen Fälle die eintreten können. Natrülich sollte es eine Gottesdienstordnung geben so wie sie auch aktuell ausgearbeitet wird. Aber wir brauchen keine Gottesdienstordnung für alle anderen Fälle nach dem Motto "Was wäre wenn..."

Das Gottesdienste One-Man-Shows sind ist aber schon so alt wie die Menschheit. Egal ob bei heidnischen Religionen oder bei den Weltreligionen.

VIelmehr sollten wir auch die übrigen Angebote in der Apostolischen Gemeinschaft als Ergänzung zum Gottesdienst sehen und nicht nur als ein einfaches Angebot. In den Hauskreisen kann man zum Beispiel auch das Schriftwort vom Sonntag noch einmal ausarbeiten ohne das man dabei unter Zeitdruck steht und auch seinen eigenen Ansichten vortragen. Im kleinen Kreise wo man jeden kennt, kann man sich auch besser äußern als jetzt vor einer großen Gemeinde. Denn es ist nicht jedermanns Sache vor Leuten zu sprechen auch wenn wir uns in den Gemeinden der Apostolischen Gemeinschaft persönlich kennen.

Für falsch halte ich es jedoch wenn man von der jetzigen einfachen Liturgie abweicht und eine Kertwende vollzieht. Wer nur sein Augenmerk auf die Liturgie und nicht auf den Inhalt legt, der kann dann auch zur katholischen oder orthodoxen Kirche gehen, denn da steht in meinen Augen mehr die Liturgie im Mittelpunkt als das Wort Gottes. Was auch in der NAK nicht so ausgeprägt ist, wenn ich mir diverse Viedeos auf youtube anschaue wo man wirklich nur einen(!) Vers aus der Bibel liest und dann legt der Amtsträger diesen aus. Damit wird dieser Vers auch aus einem Zusammenhang gerissen und lässt somit natürlich viel Interpretationsspielraum.

Ich halte es daher für richtig wenn zumindestens die Gemeinde nach ihren Fähigkeiten stärker in den Gottesdienst mit einbezogen wird. Aber wir sollten das Predigen und das Lehren doch denen überlassen die auch dafür ordiniert worden sind.

In diesem Sinne viele Grüße
Markus

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Re: Ein TÜV für Gottesdienste?

Beitrag von happy hippo » Montag 25. Juli 2011, 13:51

Lieber Markus,

Danke für Deinen Beitrag. Ich sehe es im Grunde genau wie Du auch.

Er zeigt aber auch ein recht positives Bild, welches sich leider nicht überall so findet.
Wenn Du in einer großen Gemeinde bist, gibt es auch mehr Angebote als in kleinen Gemeinden, wo sich die ganze Konzentration nur auf den Sonntagsgottesdienst richtet. Die Geschwister sind oft alt und die Wege weit. Da kann man nicht mehr viel reißen. So traurig wie es ist...

Deswegen ist es ja um so wichtiger, dass der Sonntag ein ganz besonderer "Tag des HERRN" sein kann, in welcher Form auch immer.
Da ist, wie Du schon schreibst, Flexibilität gefragt. Eine Ordnung, ein gewisser abgesteckter Rahmen ist natürlich wichtig. Die ordinierten Brüder (und Schwestern) haben besondere Verantwortung vor Gott und der Gemeinde. Das sehe ich auch so. Man sollte die "Sicherheit" haben, dass sie wirkliche Knechte (und Mägde) Gottes sind.
Trotzdem ist jeder Bruder und jede Schwester in der Gemeinde nicht weniger Gotteskind. Jedem gläubigen Christen hat GOTT SEINEN GEIST gegeben, ob Amtsauftrag von der Kirche oder nicht. Alle Geschwister, die ganze Gemeinde ist von GOTT beauftragt.
1. Korinther 12
4 Es sind verschiedene Gaben; aber es ist "ein" Geist.
5 Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist "ein" Herr.
6 Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist "ein" Gott, der da wirkt alles in allen.
7 In einem jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller;
8 dem einen wird durch den Geist gegeben, von der Weisheit zu reden; dem andern wird gegeben, von der Erkenntnis zu reden, nach demselben Geist;
9 einem andern Glaube, in demselben Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in dem "einen" Geist;
10 einem andern die Kraft, Wunder zu tun; einem andern prophetische Rede; einem andern die Gabe, die Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Zungenrede; einem andern die Gabe, sie auszulegen.
11 Dies alles aber wirkt derselbe "eine" Geist und teilt einem jeden das Seine zu, wie er will.
Es kommt immer wieder vor, dass es keine priesterlichen oder überhaupt Ämter gibt, die die Gottesdienste leiten könnten.
Was tun??
Entweder die Gemeinde besucht die "Nachbargemeinde", die möglicherweise weit weg ist und für ältere Geschwister schwierig zu erreichen.
Oder die Gemeinde besucht eine außerapostolische Nachbargemeinde...
Das ist für viele Geschwister auch keine glückliche Situation, denn viele haben Angst davor, Angst vor "fremden Geistern". Zu Recht, wie ich finde. Ich erinnere nur mal an diese Diskussion:http://www.chrismon-rheinland.de/cpr/su ... logie.html
http://www.chrismon-rheinland.de/cpr/su ... ssier.html
...obwohl ich auch viele empfehlenswerte außerapostolische Gemeinden kenne, wo dasselbe Evangelium gepredigt wird wie bei uns auch :!:

Jedenfalls verstehe ich die Geschwister sehr gut, die lieber zu Hause bleiben, als einen Gottesdienst in einer anderen Kirche besuchen würden.

Wie könnte man dies lösen?

Eigentlich nur, indem die Geschwister von der Haltung wegkommen müssen, die uns bisher so eigen ist: Vorne steht einer, der die Bibel kennt, der macht alles schon richtig... und wir sitzen und hören...

Es passiert immer wieder mal, dass ganz plötzlich ein "Prediger" ausfällt. Was macht Gemeinde dann?

Wie wär´s wenn die Gemeinde willens und in der Lage wäre zumindest einen "Sing and Pray"- Gottesdienst zu feiern?
Oder ein: "Jeder bringt was mit" - Gottesdienst müsste doch möglich sein, oder?

Nur mal so als Beispiel.

Das kann man aber im Leben nicht erreichen, wenn nicht schon die Amtsträger bemüht sind, während ihrer Anwesenheit die Geschwister entsprechend heranzuführen und am Gottesdienst zu beteiligen mit Gebet, Lesung, Anspiel, Zeugnis geben darüber, was er/sie mit Gott erlebt hat und/oder mit FRAGEN, die über dem entsprechenden Textwort des Sonntags stehen.

Ich mach mir da echt Gedanken, wie es werden wird. Aber ich sehe natürlich auch eine gewisse Starrheit von Seiten vieler Geschwister selbst.

Deshalb hoffe ich, dass der GEIST GOTTES so richtig Einzug hält bei uns und Seine Liebe in uns allen anzündet und alle wie wir da sind das Evangelium weiter tragen, ja gar nicht anders können...

So ich muß schnell weg.

Alles Liebe
happy hippo

christoph

Re: Ein TÜV für Gottesdienste?

Beitrag von christoph » Montag 25. Juli 2011, 20:24

Hallo hh,

ich habe gerade an eine alte Story denken müssen, die in Unternehmensberaterkreisen umläuft ...

Für eine große Firma wurde eine Unternehmensberatung engagiert, die untersuchen sollte, warum die Konkurrenz so gut ist und die eigene Firma sich im Wettbewerb so schwer tut. Nach monatelangen intensiven Diskussionen, Untersuchungen, Benchmark-Vergleichen etc. kommt es schließlich zur Abschlußpräsentation. Der Projektleiter fasst das Ergebnis in einem Bild zusammen: "Ich möchte Ihre Wettbewerbssituation mit einem Vergleich aus dem Sport darstellen. Sie und Ihre Wettbewerber sind Ruder-Achter in einem Wettkampf. Ihre Konkurrenz besteht aus acht Ruderern und einem Steuermann, der den Takt vorgibt. Sie dagegen bestehen aus einem Ruderer und acht Steuerleuten." - Als Ergebnis der darauf folgenden Vorstandssitzung wird einstimmig beschlossen: wir müssen den Ruderer besser motivieren!!

So gut und sinnvoll es ist, auf mehr Qualität / Inspiration im Gottesdienst zu achten: das eigentliche Problem wird nicht gelöst (siehe das Beispiel von dem armen Ruderer). Inspirierende Gottesdienste sind EIN Qualitätsmerkmal von Gemeinde. Leider haben wir vielerorts keine Gemeinde im eigentlichen Sinne mehr, sondern Gottesdienststationen (der Begriff ist nicht von mir, aber extrem passend). Da ist es schön, wenn der Gottesdienst "besser" wird, aber Gemeinde entsteht dadurch nicht.

Die großen Kirchen sind da in einer Zwickmühle: durch ihren Kirchen-Status werden sie in der Gesellschaft vor allem als religiöse Dienstleister wahrgenommen. In diesem Zusammenhang die Service-Leistungen zu verbessern, liegt nahe. "Gemeinde" bzw. "Kirche Jesu Christi" wird damit nicht gebaut.

Wir müssen wieder lernen, was "Gemeinde Jesu Christi", was "Nachfolge", was "Christ-Sein" wirklich bedeutet.

Ich schaue gerade auf einen Kalender. Monatsspruch für Juli ist: "Ein Christenleben ist nicht Stimmung. Es ist Kraft und Leben, Wahrheit und Tat".

Liebe Grüße

Christoph

junger Christ
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Re: Ein TÜV für Gottesdienste?

Beitrag von junger Christ » Mittwoch 27. Juli 2011, 12:20

Hallo Christoph,

man kann es auch anders ausdrücken,

wenn ich die "Formel", in diesem Sinne die Liturgie, verändere, will man irgendwann auch nach und nach die Lehre verändern und es könnte entweder zu neuen Spaltungen kommen, Gott bewahre, oder man würde wieder in Ecken gedrängt werden aus die man gerade erst herausgekommen ist.

Man sollte die "Grund-"Liturgie beibehalten aber dieser Elemente beifügen die den Gottesdiesnt lebendiger machen und somit auch inspirierender wird. Dies geschieht ja schon in einigen Gemeinden wo Beamer zum Einsatz kommen, Liedtext-Vorträge gemacht werden, offene Altäre angeboten werden und Geschwister das Schriftwort vortragen oder ein Gebet vortragen.

Liebe Grüße
Markus

dp
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Re: Ein TÜV für Gottesdienste?

Beitrag von dp » Freitag 29. Juli 2011, 22:10

Hallo Christoph,

daß Beispiel mit dem Ruderboot ist sehr plakativ.
Der "TÜV" sollte allerdings nicht primär die Gottesdienste (die Ruderstrecke), sondern das Ruderboot (die christliche Botschaft) und das Ruderteam auf Mängel untersuchen. Wenn das Boot Mängel aufweist, kann keine noch so schöne Ruderstrecke dies ausgleichen, und wenn das Ruderteam nicht gemeinsam rudert, kommt das Boot nicht von der Stelle. Wichtiger als zwei
Superstarke ist die harmonische Mannschaftsleistung und ein Steuermann, der den richtigen Kurs findet.
Ich kann Dir daher nur zupflichten, wenn Du schreibst:
christoph hat geschrieben: "Wir müssen wieder lernen, was "Gemeinde Jesu Christi", was "Nachfolge", was "Christ-Sein" wirklich bedeutet."
dp

happy hippo
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Re: Ein TÜV für Gottesdienste?

Beitrag von happy hippo » Samstag 30. Juli 2011, 03:01

Hallo Ihr Lieben,

Johannes 14,
10 Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst aus. Und der Vater, der in mir wohnt, der tut seine Werke.
11 Glaubt mir, dass ich im Vater bin und der Vater in mir; wenn nicht, so glaubt doch um der Werke willen.
12 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und er wird noch größere als diese tun; denn ich gehe zum Vater.
13 Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn.
14 Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.


Meintet Ihr das?

Ausgehend hiervon:
Johannes 5,
19 Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn.
20 Denn der Vater hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was er tut, und wird ihm noch größere Werke zeigen, sodass ihr euch verwundern werdet.
21 Denn wie der Vater die Toten auferweckt und macht sie lebendig, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will.
22 Denn der Vater richtet niemand, sondern hat alles Gericht dem Sohn übergeben,
23 damit sie alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.
24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.


Johannes 16

13 Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.
14 Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er's nehmen und euch verkündigen.
15 Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er wird's von dem Meinen nehmen und euch verkündigen.


Johannes 17
21 damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.
22 Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind,
23 ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.
24 Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war.
25 Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast.
26 Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.

christoph hat geschrieben:"Wir müssen wieder lernen, was "Gemeinde Jesu Christi", was "Nachfolge", was "Christ-Sein" wirklich bedeutet."
Es würde bedeuten, voll im Heiligen Geist zu leben und zu handeln.
Christoph hat Recht, wir müssen es erst "lernen", ich jedenfalls.
Wir müssen lernen, JESUS zu ehren, um im Heiligen Geist zu sein, im Vater zu sein.
JESUS kam auf die Erde und tat große Werke.
Jetzt sind WIR als CHRISTEN an der Reihe.
Wir sind so Viele, die "im Heiligen Geist" sind/sein sollten, die den "Weg des Lebens" gehen und viele Menschen mitnehmen könnten und ihnen sagen: "Der Cherub steht nicht mehr davor... Der Weg ist frei. Kommt mit! Niemand muss mehr von GOTT getrennt leben..."

WIE öffnen wir uns dem Heiligen Geist? Wie geht das wirklich?

Wenn das stimmt, was in obigen Bibelstellen steht, und davon gehe ich aus, dann ist das hammerstarkes Christsein, was JESUS sich vom Vater für uns wünscht und erbittet :!:

Wie nehmen wir das an uns :?:

ER bietet ALLES an. - Wir müssen es "nur" nehmen.

Liebe Grüße
hh

christoph

Re: Ein TÜV für Gottesdienste?

Beitrag von christoph » Samstag 30. Juli 2011, 22:00

Hallo happyhippo,

nachfolgend ein paar Zeilen aus dem Bibellesezettel vom 23. Juli, aus einer Betrachtung zu Epheser 5,18-21:

"Es soll aber nicht so sein, dass der Heilige Geist bei uns nur ein Minimum an Raum hat. Er will unser ganzes Leben erfüllen - Gedanken und Wünsche, Reden und Tun. Die Verse 19 und 20 zeigen, wie das immer wieder geschehen kann:
- indem wir uns gegenseitig stärken und ermutigen durch Gottes Wort und gemeinsame Loblieder (V. 19a; Kolosser 3,16);
- indem wir Gott durch persönlichen und gemeinsamen Lobpreis verherrlichen (V. 19b; Psalm 92,2-5);
- indem wir Gott für alle Gaben danken und so auf seine Wohltaten glaubwürdig antworten (V. 20; 1. Thessalonicher 5,18);
- indem wir uns einander unterordnen in der Verantwortung vor unserem lebendigen Herrn (V. 21).
So bekommt der Geist Gottes Raum in unserem Leben. Erfüllung mit dem Heiligen Geist im Schnellverfahren hat Gott nicht vorgesehen."

Finden wir das in unserem Leben?
Finden wir das in unseren Versammlungen??

Bei Bibelstunden hatte ich schon einmal den Eindruck, dass es nicht darum ging: "Alles ist am Wort der Schrift zu prüfen", sondern viel mehr darum: "Alles am Wort der Schrift ist zu prüfen".

Wo ich nicht davon ausgehe, in Gottes Wort, in den Versammlungen, im Miteinander Gottes heilige Gegenwart zu verspüren und zu erleben, kann Gottes Geist nicht wirksam werden.

Vom gegenseitigen Unterordnen in Christi Sinne mal ganz zu schweigen ...

Und da hilft ein TÜV für Gottesdienst nun wirklich nicht mehr ...

Liebe Grüße + einen gesegneten Sonntag

Christoph

happy hippo
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Re: Ein TÜV für Gottesdienste?

Beitrag von happy hippo » Sonntag 31. Juli 2011, 01:17

Lieber Christoph,
Du schriebst:
Bei Bibelstunden hatte ich schon einmal den Eindruck, dass es nicht darum ging: "Alles ist am Wort der Schrift zu prüfen", sondern viel mehr darum: "Alles am Wort der Schrift ist zu prüfen".
Das ist ein sehr ernstes und trauriges Thema und leider auch in unseren Reihen gegenwärtig, glücklicherweise nicht in meinem direkten Umfeld.

Dir und Allen wünsche ich einen gesegneten Sonntag!
Happy hippo

Gorco
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Re: Ein TÜV für Gottesdienste?

Beitrag von Gorco » Mittwoch 29. Oktober 2014, 18:46

Ich halte einen TÜV oder ähnliches für einen Gottesdienst nicht gerade für hilfreich.
In erster Linie zeichnet sich ein Gottesdienst durch die Mitarbeitenden aus. Gemeinden haben schon heute Probleme genügend engagierte Mitarbeiter zu finden. Da noch ein Qualitäts-Sicherung durchführen? Ich denke dies sollte viel eher geschehen und zwar beim Studium der Theologen. Diese halten und gestalten letztendlich den Gottesdienst. Bevor hier die Gottesdienste noch mehr beeinflusst werden, sollte sichergestellt werden, dass die angehenden Theologen für das Amt qualifiziert sind und somit auch die Gemeinden in eine entsprechende theologische Richtung stärken und führen können.

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