Auf der Suche nach einer neuen kirchlichen Heimat

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junger Christ
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Auf der Suche nach einer neuen kirchlichen Heimat

Beitrag von junger Christ » Donnerstag 12. Mai 2011, 13:44

Einen wundershcönen guten Tag, liebe Mitchristen und Mitchristinnen in diesem Forum.

Ich heiße Markus und bin 27 Jahre alt.
Ich gehöre derzeit (noch) der römisch-katholischen Kirche an, jedoch habe ich seit einigen Jahren kein Bezug mehr zu dieser Kirche. Seit Josef Razinger Papst Benedikt der XVI. ist, hat man als Katholik den Eindruck das die Kirche wieder eine Rolle rückwärts macht. Es fängt schon damit an, dass Rom es nun auf einfacherem Wege erlaubt Gottesdienste nach altem Ritus (welcher mit dem zweiten Vatikanischen Konzil abgeschafft wurde) wieder durchzuführen, es geht weiter über die Fragen zur Homosexualität und dem "Kondomverbot" bis hin zur Frage des Zölibates. Nicht zu vergessen die Missbrauchsskandale in den letzten Monaten und Jahren. All dies geht auch an Mitgliedern der "rk" (wie ich selber die römisch-katholische Kirche bezeichne) die auch Kirchensteuer entrichten müssen nicht spurlos vorbei. Da mein Vater streng katholisch ist und mich bis zu meinem 18. Lebensjahr jeden Sonntag in die Kirche zum Messdienen geschickt hat, fange ich nach 9 Jahren an all die Gottesdienstriten zu hinterfragen, weil ausser Riten mir die heilige Schrift nie groß ausgelegt worden ist. Eine Predigt dauert in der rk höchstens 5-10 Minuten und muss nicht unbedingt die Themen der kurz zuvor verlesenen Schriften enthalten, es können auch weltliche Themen behandelt werden.
Deshalb habe ich seit einger Zeit den Entschluß gefasst mein Bekenntnis zur rk zu lösen und mich einer "neuen" Gemeinschft innerhalb des Christentums anzuschließen.
Bei der Suche nach einer neuen kirchlichen Heimat kommt man um die viel umstrittene NAK, was Berichte und Diskussionen angeht, derzeit nicht herum. Allerdings habe ich auch durch Lesen der Kritikbücher über die NAK feststellen müssen, dass ich diese an der NAK geäusserte Kritik, durch Ersetzen der Begriffe "Neuapostolische Kirche" durch "römisch-katholische Kirche" auch auf meine bisherige Kriche umschreiben kann. Denn während die NAK bezüglich ihrer Stammapostel kritisiert worden ist und kritisiert wird so frage ich als Katholik warum es überhaupt das Papstamt gibt? Wenn ich die Heilige Schrift richtig verstanden habe, so war Petrus lediglich der Apostel der Gemeinde von Rom nicht jedoch Papst und deshalb hinterfragen auch viele meiner Mitbrüder und Schwestern aus der rk die Daseinsberechtigung des Papstamtes. Die rk leitet dies aus der geschichtlichen Entwicklung heraus wobei laut verschiedenen Quellen der Begriff Papst erst 304 n. Chr. erstmals erwähnt wurde.
Und somit bin ich dank der Geschichte der NAK auf die Apostolische Gemeinschaft (AG) gestoßen und will deshalb die hier versammelten Angehörigen fragen wie denn die Apostolische Gemeinschaft zu den Fragen Homosexualität (denn ich möchte keiner Gemeinschaft beitreten die andere Mitglieder wegen ihrer Homosexuallität diskrimminiert und gleichzeitig von der Kanzel aber Dinge über Nächstenliebe und Kritik an Christenverfolgungen gepredigt werden) in ihrer Gemeinschaft stehen und nach welcher Bibel die Gemeinschaft die Heilige Schrift auslegt?
Zudem möchte ich wissen wie finanziert sich die Apostolische Gemeinschaft und wie funktioniert ein Konfessionswechsel innerhalb des Christentums?

EDIT:
Die gleichen Frage die ich an die AG gestellt habe stelle ich aber auch an die Mitglieder der NAK.

Ich bedanke mich schon einmal im voraus für die Beantwortung der Fragen und wünsche allen noch einen schönen Tag.
Viele Grüße
Markus

happy hippo
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Re: Auf der Suche nach einer neuen Kirchlichen Heimat

Beitrag von happy hippo » Samstag 14. Mai 2011, 19:44

Hallo "Junger Christ",

sei HERZLICH WILLKOMMEN im Forum!

Habe über Deinen Bericht nachgedacht... aber so wirklich finde ich nicht die richtigen Worte zur Antwort.

Heute fand ich DAS HIER.http://www.youtube.com/watch?v=xqbvfvPPD2I
Vielleicht hilft es Dir ein Stück, die Aussage der Bibel zu verstehen.

Was Du noch nicht verstehst, kannst Du uns ja gern nochmal fragen.

Liebe Grüße und einen gesegneten Sonntag!
happyhippo 8)

jürgen eich
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Re: Auf der Suche nach einer neuen Kirchlichen Heimat

Beitrag von jürgen eich » Sonntag 15. Mai 2011, 11:49

Lieber Markus,
es ist schön, dass Du Dich für unsere Gemeinschaft interessierst.
Einige Deiner Fragen möchte ich Dir gerne beantworten. Ausgrenzungen - siehe Homosexuelle - habe ich bis heute in unserer Gemeinschaft nicht erlebt.
Die VAG finanziert sich ausschließlich aus Spendengeldern der Mitglieder.
Ein Wechsel zu unserer Gemeinde ist einfach. Du stellst einen Antrag auf Mitgliedschaft, mehr ist nicht nötig.
Wegen der theologischen Fragen würde ich Dir empfehlen, schreib doch einfach über die auf unserer Gemeindehomepage zu findende email Adresse an die Verwaltung. Über sie findest Du Kontakt zu den geistlichen Leitern der Gemeinde - den Aposteln -.
Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen.
Es grüßt Dich
Jürgen

christoph

Re: Auf der Suche nach einer neuen Kirchlichen Heimat

Beitrag von christoph » Montag 16. Mai 2011, 21:22

Hallo Markus,

auch von mir ein herzliches Willkommen!

Um Deine Fragen, so weit es mir möglich ist, zu beantworten:

- Rein rechtlich sind wir ein eingetragener Verein, keine "Kirche" im rechtlichen Sinn. Von daher ist eine Mitgliedschaft im Verein sehr einfach möglich, nämlich durch eine Beitrittserklärung. Eine "Konfession" im staatlichen Sinne sind wir nicht (in meiner Steuererklärung steht auch immer "konfessionslos" ...). Ein Austritt aus der rk ist dagegen, schon aufgrund ihres Selbstverständnisses, nicht ganz so einfach, das kann aber von lokalen Gegebenheiten her sehr unterschiedlich sein.
- In der Lehre betonen wir die individuelle Verantwortung für das persönliche Glaubensleben. Dogmen im rk-Sinne gibt es bei uns nicht. Natürlich beschäftigen wir uns mit Themen, die kontrovers diskutiert werden können, und versuchen dort auch, Hilfestellungen zu geben. Jeder ist aber für sein Glaubensleben (vor Gott und sich selbst) verantwortlich und muss Entscheidungen, wie dieses Glaubensleben gestaltet wird, selbst treffen und verantworten. Wo diese Verantwortung gelebt wird, wird auch keine Ausgrenzung stattfinden, auch wenn man ggf. unterschiedlicher Auffassung sein kann. - Natürlich (im besten Sinne des Wortes!) sind Fragen zur Sexualmoral etc. gerne mit sehr entgegengesetzten Positionen besetzt, aber die AG hat a) keinen ausdrücklich "eigenen" Sexualethik-Katalog (entschuldige, mir fällt einfach kein besseres Wort ein), b) mangels Dogmen auch kein "Kondom-Verbot", c) keine Ausgrenzung von Homosexuellen.
- Basis für die Auslegung ist für uns die Revidierte Luther-Übersetzung von 1984. Je nach "Vorliebe" Einzelner werden auch andere Übersetzungen verwendet, z.B. Hoffnung für alle, Revidierte Elberfelder, Neue Genfer ... und ich persönlich schaue sogar einmal in die lateinische Vulgata rein, einfach um zu schauen, welcher Begriff an manchen Stellen stand und wie dieser Begriff weiter übersetzt wurde ... also nicht als Doktrin, sondern aus dem Interesse an dem Wort Gottes.
- Und zu den Finanzen: als e.V. finanzieren wir uns ausschließlich aus Spenden; einen Mitgliedsbeitrag erheben wir nicht. Einmal im Jahr gibt der Vorstand der AG, bestehend aus Aposteln, Bischöfen und Bezirksvorstehern, in Form einer Delegiertenversammlung den Vereinsmitgliedern Rechenschaft über die finanzielle Situation.

Viele Grüße

Christoph

christoph

Re: Auf der Suche nach einer neuen Kirchlichen Heimat

Beitrag von christoph » Montag 16. Mai 2011, 21:31

Ein Gedanke ist mir gerade noch gekommen:

ich habe mit der Verwendung des Begriffs "Kirche" immer wieder ein Problem. Biblisch betrachtet gibt es nur die Eine Kirche, und jetzt bitte keinen Schreck kriegen, NEIN, es geht nicht um rk, AG oder Ähnliches, sondern um die Gemeinschaft aller an Christus Gläubigen. Das einzige Zugehörigkeitskriterium ist der Glaube an Jesus Christus, unabhängig davon, ob jemand einer Konfession angehört oder nicht. Die AG versteht sich als (kleine) Abteilung dieser Kirche, was sich in unserem Leitbild und dem Glaubensbekenntnis, wie ich finde, sehr gut widerspiegelt.

Es kann immer nur die zweite Frage sein, innerhalb welcher Kirchenabteilung ich meinen Glaubensweg gehen möchte. Die erste Frage muss und kann nur sein, ob ich mich an Jesus Christus als den Weg zu Gott, dem Vater, halte, an IHN glaube und durch Leben, Tund und Bekennen Seiner Kirche beitrete.

Insofern wünsche ich Dir bei der Suche nach einer neuen Abteilung innerhalb der einen Kirche Christi viel Segen, Gottes Begleitung und die Erfahrung Seiner Nähe.

Herzliche Grüße

Christoph

junger Christ
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Re: Auf der Suche nach einer neuen Kirchlichen Heimat

Beitrag von junger Christ » Montag 16. Mai 2011, 23:28

Hallo zusammen.

Erst einmal danke an alle die mir geantwortet haben.

An Christoph:
Auch ich habe durchaus Probleme mit dem Begriff Kirche und stimme dir zu, das das einzige Zugehörigkeitskriterium ist der Glaube an Jesus Christus, unabhängig davon, ob jemand einer Konfession angehört oder nicht. (Zitat von Christoph)

An Jürgen:
Habe deinen Rat befolgt und habe heute die AG angeschrieben und einen sehr interesannten und ausführlichen Mailverkehr gehabt wofür ich Volker auch hier noch einmal danken möchte ;-) und auch Christoph möchte ich noch einmal für seine Ausführungen danken.

An happi hippo:
Vielen Dank für den Link, wenn ich eine ruhige Minute finde dann werd eich mir das einmal anschauen.

Nun eine weiter Frage:
Gibt es auch Literatur über die Apostolische Gemeinschaft? Würde mich freuen wenn mir einer eine gute buchempfehlung geben könnte, welche auch für "Neulinge" gut zu verstehen sind.

Brüderlichen Gruß
Markus

christoph

Re: Auf der Suche nach einer neuen Kirchlichen Heimat

Beitrag von christoph » Dienstag 17. Mai 2011, 21:12

Hallo Markus,

wegen Literatur bist Du bei Volker bestens aufgehoben.

Herzlichen Gruß

Christoph

junger Christ
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VAG oder NAK

Beitrag von junger Christ » Donnerstag 19. Mai 2011, 16:01

So oder so ähnlich konnte ich den innerlichen Gewissenskonflikt der vergangenen zwei Wochen bezeichnen.

Vorweg möchte ich hier niemanden zu nahe treten und wünche den NAK-Geschwistern viel Kraft und Mut für den eingeschlagenen Weg des Reformprozesses der hoffentlich einen positiven Abschluss finden wird.

Ich habe in den letzten zwei Wochen mich viel über die NAK und die VAG informiert und Anfang dieser Woche auch den Kontakt zur VAG, aber auch, trotz des guten Kontaktes zur VAG, dennoch nach guter Überlegung den Kontakt zur NAK gesucht, welchen ich im nachinein aber als Zeitverschwendung betrachten musste, da mir von Seiten des NAK-Gemeindesvorstehers genau das bestätigt wurde, was viele noch immer über die NAK sagen, das die NAK eine Exklusivkirche ist.
Auch die Art und Weise wie der erste Kontakt war (es heißt ja auch immer der erste EIndruck zählt), lies mich nicht unbedingt in der NAK willkommen heißen. Mir ist zwar bewusst das die Ämter fast alle Ehrenamtlich ausgeführt werden, aber muss ich einem Interesenten in einer Art Geschäftsemail mit dem Briefkopf eines deutsch-amerikanischem Konzerns antworten und dabei sehr förmlich, ja praktisch auf Geschäftsebene in Sachen Anrede auftreten?
Das ich anfangs mehr in richtung NAK tendierte lag daran, das ich von zwei NAK-Gemeinden umgeben war und durch den oben genannten Kontakt erfahren habe das beide Gemeinden zusammengelegt werden aufgrund von Mitgliederschuwnd und somit auch für mich der Weg weiter wurde. Im nachhinein ist mir aber immer mehr bewusst geworden das man nicht danach gehen sollte welche Gemeinde quasi vor der Türe ist sondern danach gehen sollte, wo man sich am ehesten aufgehoben fühlt und auch willkomen fühlt und um das Wort Gottes zu hören sollte eigentlich kein Weg zu weit sein.
Ich werde daher die nun folgenden 5 Wochen meines Urlaubes dazu nutzen die AG näher kennen zu lernen und den Kontakt zur Gemeinschaft vertiefen.

Ich freue mich jedenfalls und es wäre schön wenn viele neue Kontakte zustande kommen.

Herzliche Grüße
Markus

Volker
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Re: Auf der Suche nach einer neuen Kirchlichen Heimat

Beitrag von Volker » Freitag 20. Mai 2011, 16:08

Hallo Markus,

wir haben ja schon einige Mails ausgetauscht. Ich habe dich ja auch konkret eingeladen. Nimm gerne wieder Kontakt mit mir auf.

Liebe Grüße,
Volker

Harry
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Re: Auf der Suche nach einer neuen Kirchlichen Heimat

Beitrag von Harry » Samstag 21. Mai 2011, 23:18

Hallo Markus,

gestatte mir diese persönliche Anrede, obwohl wir uns persönlich nicht kennen. Aber ich begegne Dir ganz einfach als Glaubensbruder und dabei ist es dem Grunde nach unwichtig, welcher Kirche wir angehören. Entscheidend ist alleine unsere gemeinsame Herkunft und ich begründe es dann einfach nur mit unserem christlichem Fundament. Vielleicht auch mit der Tatsache, dass wir im Grunde immer auf der Suche nach der absoluten Wahrheit sind. Das wird immer so bleiben, aber es gibt m.E. trotz aller Unterschiede in Glaubensauffassungen eine einzige Lösung.

Dabei denke ich an ein Beispiel aus meiner Schulzeit, als wir lernten, dass man auch mit ungleichen Brüchen arbeiten kann, wenn man für sie einen gemeinsamen Nenner findet. Diese " Lösung " habe ich mir auch in vielen Diskussionen und Predigten zu eigen gemacht, insofern als ich für mich diesen gemeinsamen Nenner, als die L i e b e Jesu erkannt habe.
Überall dort, wo sich diese Liebe offenbart, wirst Du Dich wohl - und angenommen fühlen. Diese Liebe kann Dir sowohl in der Apostolischen , als auch in der Neuapostolischen Kirche begegnen. Ich weiß, von was ich rede bzw. schreibe, denn ich habe sehr viele liebenswerte, überzeugte und beispielhafte Glaubensgeschwister und Amtsträger kennengelernt. Du wirst sie , sowohl in der NAK als auch in der VAG antreffen. Es gibt auch immer wieder Ärgernisse und Enttäuschungen - a b e r unter dem gemeinsamen Nenner der Jesu Liebe wirst Du damit umgehen können.
Ich wünsche es Dir von ganzem Herzen und prüfe mindestens sieben Mal die Gottesdienste in den von Dir angesprochenen Gemeinden bzw. Kirchen. Du wirst Antworten erhalten - davon bin ich überzeugt.

Es würde mich freuen, von Deinen Erfahrungen zu lesen und bin sehr neugierig , wie Du Dich entschieden hast.
In brüderlicher Verbundenheit
Harry

Pax_vobiscum
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Re: Auf der Suche nach einer neuen kirchlichen Heimat

Beitrag von Pax_vobiscum » Freitag 27. Mai 2011, 22:03

Lieber Markus,

ich kenne Deine Situation recht gut da ich selbst auch erst seit einem guten Jahr Mitglied in der AG bin. Allerdings bin ich bis zum heutigen Tag auch noch Mitglied in der NAK...also "Doppelmitglied"
Wie Du habe ich in meiner alten Kirche (in meinem Fall die NAK) nicht mehr meine geistige Heimat gesehen. Zu viele Dinge, die ich einfach nicht mit meinem persönlichen Glauben vereinbaren kann.
Ich habe wirklich geglaubt, dass sich mit den neuen Glaubensartikeln, bzw. dem kommenden Katechismus die NAK in eine Richtung entwickeln würde, mit der ich leben könnte...ich will nicht behaupten, dass ich hier keine positive Entwicklung sehen, aber es geht mir nicht weit genug.
Ich weiß nicht, in wie weit du den Ursprung der apostolischen Gemeinschaften kennst...jedenfalls bin ich zutiefst vom göttlichen Ursprung dieser Bewegung überzeugt.
Was allerdings in den meisten apostolischen Gemeinschaften heute davon übrig geblieben ist, ist ein Apostelamt, das einen exklusiven Heilsvermittlungsauftrag zu besitzen glaubt.
Wenn man sich beispielsweise die NAK ansieht, so sieht die Lehre eben so aus, dass nur* die vom (NAK-)Apostel versiegelten die Möglichkeit haben, am Tag der Wiederkunft Christi, zu dessen "Braut" zu zählen (*Gott wird hier jedoch ein suveränes Handeln zugestanden)
Die AG hat sich von dieser Lehre wieder losgesagt und ist sozusagen zurück zu den Wurzeln gekehrt und das finde ich äußerst symphatisch :)
Ich möchte dir zeigen, wie weit die Katholisch-Apostolischen Gemeinden, also die Ursprungsgemeinden aller Apostolischen Konfessionen, von einem solch exklusiven Kirchenverständnis entfernt waren/sind.

Zum einen das Zitat von Apostel William Dow, der sagte: "Wenn eine Kirche auf eine andere Kirche blickt, dann schaut sie auf den selben Leib Christi, deren Teil sie selber ist; Sie blickt auf sich selbst."

Dieser Satz beschreibt auch recht gut das wesen der Kirche Christi, die eben nicht eine einzelne Konfession ist, sonder die Gemeinschaft aller getaufter wie wiederum die ersten Apostel der Neuzeit in ihrem Testimonium verfasst haben:

"Einzig durch die Taufe wird die Kirche von der Welt unterschieden.Jede Unterscheidung durch welche nur ein Teil der Getauften als das Volk Gottes hingestellt werden soll,ist eine Erfindung von Menschen,die meinen,ihre eigenen Bündnisse mit Gott machen und sich SEIN Gericht anmaßen zu können"

und weiter schreiben Sie:

"...ebenso wenig bezeichnen wir uns als die katholisch-apostolische KIRCHE.Welche Torheit und Anmaßung wäre das!
Denn die Eine,heilige,katholische und apostolische Kirche,von der das sogenannte Nizänische Glaubensbekenntnis redet,beschränkt sich nicht auf einige kleine Gemeinden,sondern sie ist die"Versammlung aller,die an den Herrn Jesus glauben und nach seinem Gebote getauft sind".
Katholisch heißt allgemein,allumfassend.Diesen ehrennamen trägt die GANZE Kirche,weil sie alle Getauften umschließt....
Da nun die ganze Kirche katholisch apostolisch ist,so ist folgerichtig auch jede EINZELNE CHRISTLICHE GEMEINDE als Teil der Gesamtkirche eine katholisch-apostolische Gemeinde,mögen sich auch die Gemeinden in den verschiedenen Abteilungen der Kirche mit selbsterwählten Namen der Spaltung nennen.
Wenn daher die Apostel,die von ihnen versammelten Gemeinden als "katholisch.apostolische Gemeinden in der Einen heiligen,katholischen und apostolischen Kirche"bezeichnet haben, so soll das nicht etwa ein Sondername sein,noch wollen wir in höherem Sinne katholisch-apostolisch sein als jede andere Gemeinde in der Kirche.Wir bezeugen vielmehr durch diesen Namen,dass wir in Glaube,Liebe und Hoffnung mit der ganzen Kirche aller Zeiten auf's Engste verbunden sind.

falls dir die Ausdrucksweise merkwürdig vorkommt, so liegt das daran, dass das Dokument 1835 entstanden ist :)

du siehst also, dass die anfänge der apostolischen bewegung durchaus ökumensch waren, was für die damalige Zeit und auch heute noch eine Sensation ist^^


So und nun möchte ich noch meinen Senf zum Papst-, bzw. Stammapostelamt loswerden und zumindest eine kleine Lanze dafür brechen.
Bei aller berechtigter Kritik an so manchen Entscheidungen die durch solche "Nachfolger Petri" getroffen wurden, bin ich dennoch der Meinung, dass bei Kirchen mit einer solch großen Mitgliederzahl ein Leitendes Amt von Vorteil ist um die Einheit zu erhalten, sei es nun in der Lehre, im liturgischen Bereich oder in Verwaltungsangelegenheiten...natürlich nicht als absolutistischer Herrscher sondern als oberste Instanz in einem demokratischen Apparat wie ihn die NAK und auch zumindest im Ansatz die RKK hat.
Zum Gegensatz gibt es eben auch große Konfessionsgemeinschaften, die lehrmäßig regional sehr unterschiedlich sind, keine einheitliche liturgie haben etc.
Das sind Dinge, die ich zumindest schon von einer Konfession erwarte, dass überall das gleiche gelehrt wird, egal wo ich einen der Gottesdienste besuche.

so, jetzt hab ich mich aber völlig verquatscht...so viel wollte ich eigentlich nicht schreiben :)
Jedenfalls freue ich mich, dass du dir ernsthafte Gedanken über deinen Glauben machst. Egal wofür du dich entscheidest, eines ist klar, überall da wo jesus Christus gepredigt wird, wo in seinem Namen die Sakramente gespendet werden, da ist auch der Weg zu Gott gelegt. Ich kann dir nur aus meiner Erfahrung sagen, dass der apostolische Weg ein sehr schöner ist, auf dem man sich wohlfühlen kann. Ein Weg ohne Dogmatik, auf dem stattdessen die Eigenverantwortung großgeschrieben wird. ich denke, dieser Punkt ist für dich recht wichtig :)

Ich wünsche dir, dass Du Deinen Weg findes und wünsche dir dafür von Herzen alles Gute und Gottes Segen.

LG
Daniel

junger Christ
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Re: Auf der Suche nach einer neuen kirchlichen Heimat

Beitrag von junger Christ » Montag 6. Juni 2011, 11:23

Hallo!

Ich möchte mich bei Harry und Daniel noch für die ausführlichen Antworten bedanken :)

Ich habe die vergangene Woche gneutzt und auch an Christi Himmelfahrt den Gottesdienst in Düsseldorf Mitte besucht. Angesichts des allgemeinen "Säufertages" ;-) an Vatertag bzw. Christi Himmelfahrt aber auch wegen des schönen Wetters an diesem Tag, waren eher wenige Gläubige im Gottesdienst. Doch dies machte der Sache keinen Abbruch und ich war von der Schriftlesung und die Art wie der Hirte diese vorgetragen hat sehr angetan. Er hat den Worten aus dem 2. Buch Könige 8,22-24 und 26-28 in Form von Betonungen die Bedeutung gegeben die sie haben. Er hat den Text nicht einfach heruntergelesen sondern ihm "Leben" eingehaucht.
Auch von der anschließenden Predigt war ich sehr angetan, ich kann mich derzeit nicht erinnern das ich das jemals in der RK gewesen bin.

Es war alles in allem ein sehr schöner Gottesdienst auch was die Liedauswahl angeht und auch die Lieder an sich, wenn ich im Vergleich mal an die vielen "alten" Lieder aus dem Gotteslob der RK denke, welche zumindestens in unserer Region (Erzbistum Köln) durch neues Liedgut aus dem Benachbartem Bistum Aachen bereichert wurde, aber nur selten diese gesungen wurden.

Ich habe es jedenfalls bis jetzt nicht bereut diesen Schritt gegangen zu sein und spreche deshalb mal mit dem Slogan der Apostolischen Gemeinschaft:

Zur Freiheit berufen

In diesem Sinne allen eine schöne Woche.

Viele Grüße
Markus

Volker
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Re: Auf der Suche nach einer neuen kirchlichen Heimat

Beitrag von Volker » Montag 6. Juni 2011, 16:14

Hallo Markus,

danke für deinen netten Bericht und deine Eindrücke.

Ich hoffe, wir sehen uns wieder. Bin allerdings ab dem Wochenende erstmal für 2 Wochen in Urlaub.

Liebe Grüße,
Volker

junger Christ
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Re: Auf der Suche nach einer neuen kirchlichen Heimat

Beitrag von junger Christ » Dienstag 14. Juni 2011, 15:25

Hallo Volker,

wir sehen uns auf jedenfall wieder.

Ich habe noch nirgendwo einen so schönen Pfingstgottesdienst erlebt wie vorgestern in Düsseldorf Mitte. Auch das Apostel Groß sich selber ans Klavier setzte um das Glaubensbekenntnis gemeinsam mit der Gemeinde zu singen hat mich sehr überascht und auch fasziniert, da so etwas in der rk sehr selten ist das ein Diakon/Priester/Bischof selbst auch zum Instrument greift umgemeinsam mit der Gemeinde ein Lied anzustimmen.

Mit seiner Predigt zeigte Apostel Groß der Gemeinde auch auf, das das Wirken des Heiligen Geistes auch heute noch in unserem Leben immer wieder passiert. Nämlich dann wenn wir selber erkennen das unser Handeln und Tun uns nicht mit Leben erfüllt und wir immer öfters Gewissenbißen ausgesetzt sind und unser Denken immer mehr dem Kommerziellen und FInanziellen Vorgaben unserer Vorgesetzten untergeordnet werden muss. Dann entsteht innerlich das Gefühl nach veränderung und für viele werden dann überraschend Schritte vollzogen die ausser die betreffende Person selber niemand vorhersehen konnte.

In der Predigt die Apostel Groß der Gemeinde vortrug erkante ich mich auch selbst wieder und meinen Schritt sich von der rk zu lösen und sich der Apostolischen Gemeinschaft anzuschließen.

Ich bin jedenfalls immer wieder aufs neue von der AG fasziniert wie dort Gemeinschaft im Gottesdienst und natürlich auch davor und danach lebendig wird. In den Pfarrgemeinden der rk wo ich bisher wohnte, war dies nicht der Fall gewesen obwohl sie vor 10 Jahren noch kleiner waren und sich die Ehrenamtler um Posten "geschlagen" haben.

Ich habe an Pfingsten erkannt was mir bisher immer gefehlt hat und ich Danke Gott dafür das ich diesen Weg gehen durfte und er mich bisher auch auf diesem Weg begleitet hat und bitte auch Gott dafür das er mich auch auf meinen weiteren Weg begleiten wird.

Frohe Pfingstgrüße
euer Markus

junger Christ
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Ich habe eine neue Heimat gefunden

Beitrag von junger Christ » Montag 4. Juli 2011, 15:03

Hallo an Alle!

Nachdem ich hier seit dem 12.05.2011 darüber geschrieben habe das ich auf der Suche nach einer neuen Gemeinschaft bin, habe ich vor einer Woche meinen Beitritt zur Apostolischen Gemeinschaft Düsseldorf e.V. im Anschluß an dem Gottesdienst in Düsseldorf Mitte erklärt.

Dabei fällt mir auch gerade noch die Pfingstpredigt von Apostel Groß ein, der vom Wirken des Heiligen Geistes sprach:
Mit seiner Predigt zeigte Apostel Groß der Gemeinde auch auf, das das Wirken des Heiligen Geistes auch heute noch in unserem Leben immer wieder passiert. Nämlich dann wenn wir selber erkennen das unser Handeln und Tun uns nicht mit Leben erfüllt und wir immer öfters Gewissenbißen ausgesetzt sind und unser Denken immer mehr dem Kommerziellen und FInanziellen Vorgaben unserer Vorgesetzten untergeordnet werden muss. Dann entsteht innerlich das Gefühl nach veränderung und für viele werden dann überraschend Schritte vollzogen die ausser die betreffende Person selber niemand vorhersehen konnte.
Zitat aus meinem Beitrag vom 14.06.2011
Noch während des Gottesdienstes am 26.06.2011 bekam ich immer mehr das Gefühl noch an diesem Tage meinen Beitritt zu erklären. Im Anschluß des Gottesdienstes fragte ich dann Volker wie ich den Beitritt erklären könnte und er verwies mich dann auf den ebenfalls anwesenden "Kirchenbuchverwalter". Während des anschließenden Kaffees erklärte ich dann mündlich und per Unterschrift unter der Mitgliedskarte meinen Beitritt.
Die Erleichterung die ich anschließend verspürte war unbeschreiblich, es war als wenn jemand endlich eine Wohnung gefunden hat in der man Leben kann.

An dieser Stelle möchte ich allen danken die mich auf diesem Weg begleitet haben. Besonders die vielen netten Menschen aus der Gemeinde Düsseldorf-Mitte, besonders an Volker, die mich mit offenene Armen empfangen haben und mir auch von Anfang an das Gefühl vermittelten in einer wahren Gemeinschaft zu sein.

Ich danke aber allen voran Gott, das er mich auf diesem Wege begleitet hat und nicht zugelassen hat das ich von diesem Wege abirre. Die Prüfung meines Glaubens seit dem Mai 2011 hat mich auch wieder neu zum christlichen Glauben geführt und hat mir gezeigt was mir seelisch am meisten fehlte: Der Glaube an Jesus Christus, Gottes Sohn.

Ein Lied was mich auch auf diesem Wege immer wieder begleitete hat, ist von Dietirch Bonhoeffer und auch im Gesangbuch der VAG unter der Nummer 62 zu finden sowie im Diözesananahng zum Gotteslob des Bistums Aachen (römisch-katholische Kirche) unter der Nummer 019:
1. Von guten Mächten treu und still umgeben, / behütet und getröstet wunderbar, / so will ich diese Tage mit euch leben / und mit euch gehen in ein neues Jahr. / Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag: / Gott ist mit uns am Abend und am Morgen / und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

2. Noch will das Alte unsere Herzen quälen, / noch drückt uns böser Tage schwere Last; / Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen / das Heil, für das du uns geschaffen hast. / Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag: / Gott ist mit uns am Abend und am Morgen / und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

3. Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern, / des Leids gefüllt bis an den höchsten Rand, / so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern / aus deiner guten und geliebten Hand. / Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag: / Gott ist mit uns am Abend und am Morgen / und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

4. Doch willst du uns nocheinmal Freude schenken / an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz, / dann wolln wir des Vergangenen gedenken, / und dann gehört dir unser Leben ganz. / Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag: / Gott ist mit uns am Abend und am Morgen / und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

5. Lass warm und hell die Kerzen heute flammen, / die du in unsere Dunkeleheit gebracht, / führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. / Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht. / Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag: / Gott ist mit uns am Abend und am Morgen / und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

6. Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet, / so lass uns hören jenen vollen Klang / der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet, / all deiner Kinder hohen Lobgesang. / Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag: / Gott ist mit uns am Abend und am Morgen / und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

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