"Ökumene Jetzt"

Hier sollen ökumenenische Fragen diskutiert werden.
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christoph

"Ökumene Jetzt"

Beitrag von christoph » Montag 17. September 2012, 11:33

Vor kurzem wurde ein Aufruf bekannt, in dem auch einige namhafte Prominente die Aufhebung der Kirchentrennung forderten. So ungefähr lasen sich die Kurzmeldungen in den Medien. Zu den Erstunterzeichnern gehören u.a. Günter Jauch, Norbert Lammert, Thomas de Maiziére, Annette Schavan, Frank-Walter Steinmeier, Wolfgang Thierse und Richard von Weizsäcker

Ganz so krass ist dieser Aufruf nun doch nicht. Für alle, die sich etwas genauer informieren wollen:

http://oekumene-jetzt.de/index.php/aufruf-im-wortlaut

Interessant finde ich Folgendes:
Sie sind herzlich zur Diskussion zur Zukunft der Ökumene eingeladen. Sie findet statt im Diskussionsforum zum politischen Handeln aus christlicher Verantwortung http://www.kreuz-und-quer.de. Die Initiative will einen Beitrag dazu leisten, dass zu wichtigen politischen Fragen christlicher Weltverantwortung öffentliche Meinung gebildet wird. Diese öffentliche Meinungsbildung soll die erforderliche Willensbildung in Staat, Gesellschaft und Kirche unterstützen.
http://oekumene-jetzt.de/index.php/diskussion

Ich schließe daraus, dass dieser Aufruf mehr äußerlicher Natur denn wirklich geistgetrieben ist ... ich würde jederzeit eine Einigkeit im Inneren der Einheitlichkeit nach außen bevorzugen ...

An einer anderen Stelle hatte ich schon erwähnt, dass man ja auch mal fordern kann, alle Parteien zusammenzulegen, die machen doch eh alle dasselbe :mrgreen: ... DEN Aufschrei würde man quer durch die Republik hören ...

Liebe Grüße

Christoph

happy hippo
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Re: "Ökumene Jetzt"

Beitrag von happy hippo » Montag 17. September 2012, 11:55


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Re: "Ökumene Jetzt"

Beitrag von happy hippo » Montag 17. September 2012, 12:09


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Re: "Ökumene Jetzt"

Beitrag von happy hippo » Montag 17. September 2012, 12:20

Falls Ihr es übersehen habt:

http://www.gebetshaus.org/about/wer-sind-wir

Schade dass es soweit weg ist :cry:

Aber wir sind derzeit in einer Bibelschulklasse, wo die Schüler vielen verschiedenen Konfessionen angehören, wie wir beim Kennenlernen festgestellt hatten. Das ist einfach gut! :idea:

Mara
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Re: "Ökumene Jetzt"

Beitrag von Mara » Donnerstag 27. März 2014, 10:29

Ich möchte mal diesen älteren Thread heraufholen, weil ich finde, das Thema ist nach wie vor aktuell.
Für mich ist gelebte Ökumente - im Großen wie im Kleinen - ein aktiver Beitrag für den Frieden. Denn die Bereitschaft zum Krieg wird aus der Angst vor Fremdem gespeist. In er Ökumene ist der "andere" nicht mehr "fremd", sondern bekommt ein Gesicht. Von der Bereicherung die es bedeutet, Menschen anderer Religion und Konfession zu treffen, mal ganz abgesehen. Manchmal verstehe ich nicht, dass es dazu überhaupt andere Auffassungen geben kann...
Allerdings halte ich eine von Außen erzwungene Vereinheitlichung für kontraproduktiv, denn sie erzeugt Widerstand und blockiert die innere Bereitschaft "den anderen" überhaupt freiwillig kennenzulernen. Das kann nur in Offenheit und freiem Willen geschehen.

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Re: "Ökumene Jetzt"

Beitrag von Gorco » Donnerstag 30. Oktober 2014, 15:53

Würde an dieser Stelle einhaken, halte es auch für sehr wichtig, dass verschiedene Religionen und Konfessionen näher zusammen rücken. Gerade in Zeiten wo Radikale wie der IS wüten, ist es wichtig dass ein Dialog zwischen unterschiedlichen Religionen geführt wird.
Gerade im christlichen Sektor halte ich es für sehr wichtig, dass die verschiedenen Konfessionen an einen Tisch rücken und vor allem in sozialen Projekten an einem Strang ziehen. Wie aber der Vorposter bereits beschrieben hat, sollte das von der Kirche bzw. den unterschiedlichen Konfessionen heraus geschehen und nicht von Außen erzwungen werden.

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seesojens
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Re: "Ökumene Jetzt"

Beitrag von seesojens » Montag 3. November 2014, 17:51

Hier mal ein link zum Reformationstag. Sehr interessant. http://www.domradio.de/video/grusswort-kardinal-woelki
Erwarte nichts und Du bekommst alles.

happy hippo
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Re: "Ökumene Jetzt"

Beitrag von happy hippo » Mittwoch 5. November 2014, 00:53

Hallo Ihr Lieben,

habe lange nicht mehr hier geschrieben. Ich weiß auch nicht so genau, ob ich hier im richtigen Thema bin, wo es um "Ökumene" geht.
Ich denke an die jetzige Situation der VAG/NAK.

Habe grade bevor ich hier auf dieser Seite war etwas aus der NAK gelesen. Es war ein Interview mit Reinhard Kiefer, dem "Theologen" der NAK:
Willkommen zu einem weiteren Interview mit Reinhard Kiefer. Themenbereich Liturgie und Predigt. – Reinhard, ist eine Mitmach-Liturgie denkbar? Mitwirken von Geschwistern ohne Amt bei der Predigt? Eine Abendmahlsfeier, bei der man einmal auch im Kreis stehen kann, eine Abendmahlsfeier, bei der die Hostien von Kindern ausgeteilt werden oder Abendmahl mit Brot und Wein?

Reinhard Kiefer: Ich glaube, dergleichen Freiheiten werden wir so nicht haben oder so Beliebigkeiten. Einmal nehmen wir die Sakramente sehr, sehr ernst, und auch den liturgischen Vollzug. Der ist ja bei uns sehr sparsam. Und Gemeinde kann ja mitmachen über Gesang. Wir haben ja eigentlich nur das Institut Gesang, um da mitzumachen. Ich denke mir, man könnte sich sicherlich noch überlegen, ob es noch mehr Möglichkeiten der Beteiligung von Gemeindegliedern gibt, aber sicherlich nicht in dem Sinne, dass wir jetzt die Sakramente sozusagen vom priesterlichen Amt lösen, aus dem Zusammenhang mit dem Amt. Ich halte das auch nicht für günstig. Ich muss es einfach mal sagen. Das sind zu ernste Sachen, als das jetzt Kinder damit operieren sollten. Das finde ich unsachgemäß. Ich kenne solche Fälle, wo so etwas passiert. Es gibt da Gemeinden, aber die haben dann auch ein ganz anderes Abendmahlsverständnis als wir. Unser Abendmahlsverständnis ist ja ein sehr steiles, es verbindet uns mit dem Luthertum und Katholiken und da passt das nicht. Wenn Abendmahl nur Symbol ist, dann ist das überhaupt kein Problem. Das ist in vielen evangelikalen Gruppen so, in freikirchlichen Gemeinden, da ist das Abendmahl eher ein Symbol. Bei uns ist ja die Wirklichkeit Christi, wahrer Leib, wahres Blut, Vergegenwärtigung des Opfers im Heiligen Abendmahl. Das sind Dinge, da merkt man gleich, bestimmte Sachen sind da einfach gar nicht möglich; mental schon gar nicht, wenn ich es ernst nehme.
Man kann das ganze Interview bspw. auf "nacworld" finden. Dort kann sich Jeder anmelden, lesen, schreiben, etc.

Dieses Verständnis über das AMT, wie es in der NAK heute noch zu finden ist, hat die VAG schon lange hinter sich gelassen.
Das ABENDMAHL wird in der VAG und auch in anderen Freikirchen niemals leichtfertig gefeiert, sondern sehr ernst genommen. Auch dann wenn Kinder das Brot und den Wein/Saft austeilen. Auch dann wenn wir im Kreis stehen und uns während der Feier an den Händen halten u.v.m.
Immer war oder ist es ein sehr feierlicher Moment. Und vor allem ist JESUS immer voll gegenwärtig! Wie kommt Herr Kiefer nur darauf, dass es außer der NAK oder bei den Katholiken oder Lutheranern nicht so sei, dass JESUS GEGENWÄRTIG ist? Das würde ich ihn gerne mal fragen.

Kiefer sagt:"Bei uns ist ja die Wirklichkeit Christi, wahrer Leib, wahres Blut, Vergegenwärtigung des Opfers im Heiligen Abendmahl." :idea: :?:

Aha :!:

Herr Kiefer hat mir vor Jahren mal erklärt, dass die Gläubigen in der NAK tatsächlich auf JESU Fleisch und Blut kauen!!

Obwohl... wir seinerzeit (Anfg. 70er Jahre) im NAK-Konfirmandenunterricht und auch im Religionsunterricht und im Kindergottesdienst exakt das Gegenteil gelernt haben. Es hieß damals, wir würden auf gar keinen Fall "auf JESU Fleisch und Blut" kauen, sondern das Abendmahl sei ein Gedächtnismahl, weil JESUS das Opfer am Kreuz EINMALIG und VOLLGÜLTIG gebracht habe. Wir würden lediglich in Dankbarkeit an JESUS und Sein Opfer am Kreuz denken und beim Abendmahl mit IHM und den Geschwistern EINS sein. So wurde uns das damals noch gelehrt. Damit habe ich auch kein Problem. Aber das was die NAK seit einigen Jahren lehrt, ist in meinen Augen Magie. Sie "zaubert" mit gewissen Sprüchen/Ritualen Leib und Blut Jesu hier auf die Erde bzw. hinein in die mit Wein beträufelte Hostie. Mit der Aussonderung ist also (so der heutige NAK-Glaube) die Hostie mit dem Blut und dem Leib Jesu vereint und zwar ganz in echt (Aussage R.K.).

Schon diese Tatsache, und da gibt es noch einiges mehr, kann wohl kaum zu einer Ökumene zwischen VAG und NAK führen.

VERSÖHNUNG JA. ÖKUMENE :?: :?:

Mein Vorschlag wäre, einfach Abendmahl zu feiern. Da wo man ist, dort wo man zusammen kommt. Einfach so. Man ist immer "vor dem HERRN". Der Herr Jesus ist immer mitten unter uns, wenn sich nur zwei oder drei in Seinem Namen versammeln.
Es ist ganz einfach. Man braucht etwas Wein, etwas Brot bzw. Oblaten, wenn man ungesäuertes Brot haben möchte... Dann betet man miteinander und FEIERT ABENDMAHL. Niemand muß da etwas "aussondern", was zu Fleisch und Blut werden soll. Niemand braucht ein AMT. Wozu denn? JESUS ist da. ER ist DER PRIESTER! ER ist DA, wenn wir mit IHM verbunden sind, wenn wir IHN lieben und IHN feiern. ER ist DA!

Ich habe nichts gegen die NAK. Es gibt auch viel Gutes, was ich dort gelernt und erfahren habe. Ganz bestimmt. Beispw. haben wir viele Chorlieder gelernt, die einfach nur aus Bibeltexten bestehen. So haben sich mir diese Bibelstellen tief eingeprägt. Ich bin heute sehr dankbar dafür!

Es gibt viele viele liebe Geschwister mit denen ich immer noch herzlich verbunden bin. Das finde ich schön.

Dennoch besteht diese einbetonierte Theologie und ein AMTSVERSTÄNDNIS inkl. SAKRAMENTSVERSTÄNDNIS, von dem wir SO in der Bibel nichts entdecken können.

Das ist der Grund, weshalb ich dort nicht mehr bin und so etwas wie (offizielle) Ökumene mit der NAK entschieden ablehne.

LG
hh

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seesojens
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Re: "Ökumene Jetzt"

Beitrag von seesojens » Mittwoch 5. November 2014, 08:47

Hallo Happy Hippo. Ich würde Dich gern beim Vornamen nennen aber irgendwie bist Du seit Jahren "der/die kleine dicke aus dem Überraschungsei" ... :P Das war jetzt spassig gemeint und nicht als ANgriff gegen die Happy Hippos gemeint.
Auf das Kernthema kommend , muss ich Dir da fast vollumfänglich, Recht zusprechen. Abendmahl. Was hat Christus gesagt zu denen, die das Abendmahl mit ihm feierten? Und immer wenn ihr es tut dann tut es zu meinem Gedächtnis. Also symbolisch der "wahre leib und das wahre Blut" um darüber nach zu denken, was er uns damit gutes getan hat. Wenn wir von Brot brechen sprechen dann ist es im normalen Bereich, dass man sich Brot teilt um gemeinsam so wie Christus damals ein "Mahl" zu geniessen. In diesem Falle eben ein Abendmahl. Er zeigt uns eigentlich in seinen chriften auf, wie wir das machen sollten aber wir Menschen sind alle sonderschlau und müssen "der Heiligkeits halber" noch einen drauf setzen. Gut, manch einer benötigt vll. diese Lithurgie um sie ernst zu nehmen aber ich selbst denke auch, dass so wie es gehnadhabt wird, nicht richtig sein kann.
Erwarte nichts und Du bekommst alles.

Gorco
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Re: "Ökumene Jetzt"

Beitrag von Gorco » Dienstag 25. November 2014, 20:11

Ich denke auch, dass eine Ökumene nur bis zu einem bestimmten Punkt funktioniert. Sicherlich bin ich dafür, dass die versch. Konfessionen an einem Strang ziehen, damit möglich viele Christen von Gott erfahren können.
Leider fallen die theologischen Ausrichtungen zum Teil derart weit auseinander, dass eine Zusammenarbeit mir persönlich nur oberflächlich als sinnvoll erscheint.
Würde mich hier meinen Vorrednern anschließen.

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